DIE  BÄUME

DES PARKS

DIE ATLAS-ZEDERN

DIE HIMALAYA-ZEDERN

DIE EIBEN

DER SEQUOIA

DIE ATLAS-ZEDER

Diese Zeder ist ein aus Nord-Afrika stammender Nadelbaum. Sie gehört zu der Familie der Pinien. Ihr lateinischer Name ist „cederus atlanica glauca“. Sie wurde 1734 von Bernard Jussieu in Frankreich, im Jardin des Plantes in Paris,  eingeführt. Zur Verzierung der öffentlichen Gärten sorgte der Botaniker Seneclause  ab 1839 für  ihre Verbreitung in Frankreich.

Ein Teil des Departements Vaucluse, wie zum Beispiel das Ventoux- Massiv und die Luberon-Gegend sowie Korsika, wurde mit der Atlas-Zeder wieder aufgeforstet. In den Jahren 1990 wurden so ungefähr 20 000 ha in Frankreich neu bepflanzt. Das  ONF-Verzeichnis weist im Park nur eine Atlas-Zeder unter der Nr. 347 auf. Sie befindet sich in einem guten Gesundheitszustand.

Charakteristische Merkmale

Die blaue Atlas-Zeder ist ein ziemlich schnell wachsender Nadelbaum,  der bis zu 600 Jahre alt werden kann. Er zeichnet sich durch seine  weittragende, elegante Pyramidenform aus, die im Alter einen großen Umfang erreicht. Die in Büscheln gruppierten Nadeln bieten, vor allem im Frühjahr, einen hell leuchtenden, silberblauen Farbton, der zu dem Grau der Rinde einen sehr harmonischen Kontrast  bildet. Im Herbst erscheinen am Ende der Zweige zahlreiche 5-7cm hohe,  aufrecht stehende Zapfen, die vom Blau-Ton ins Braune reifen. Dann  löst sich der Zapfen auf dem Zweig auf und hinterlässt nur einen  vertrockneten, hochstehenden Stiel.

Die Atlas-Zeder verträgt starke Trockenzeiten und unregelmäßige Wasserbedingungen. Ihr Stamm  kann eine Höhe von 25 bis 50 m und einen Basis-Durchmesser bis 1,20 m erreichen. In den ersten 30 Jahren hat er einen  kegelartigen Wuchs, der  später abstuft, was bei dieser Zeder im Park  erkennbar ist. Die Nadeln sind immergrün, nur 2 bis 2,5 cm lang, nicht sehr spitz und sind in Rosetten angeordnet. Die Atlas-Zeder unterscheidet sich von den anderen Zeder-Gattungen durch ihre aufrechten Zweige.

Die Fortsetzungsorgane sind in zwei Zapfenarten getrennt  :

  • die männlichen immerwährenden Zapfen (6 - 11 cm Länge und 4 - 6 cm im Durchmesser)
  • die weiblichen Zapfen sind oben abgeflacht und ihre Schuppen sind braun gerändert.

Bernard de Jussieu
 1699-1777

Atlas-Zeder

Männliche und weibliche Zapfen

Nutzung

Das Holz wird in der Schreinerei und zu Dachgebälk verwendet. Da fest und nicht faulend, wurde es in der Antike von  den Phöniziern und den Römern zum Schiffsbau, zur Errichtung  von Tempeln und zur Fertigung von Sarkophagen benutzt.
Im Mittelalter dienten die Balken vor allem zur Herstellung von  Decken und Türpfosten für Paläste, Moscheen, Medersen und  Mausoleen. Und von den herrlichen, geschnitzten Wandplatten  sind noch viele erhalten geblieben ( Bahia-Palast,  Medersa in Marrakesch).

Artefakte aus Zedernholz

Ein Nadelbaum aus Ostasien

Die grosse Himalaya-Zeder des Parks ist unter der Nummer 138 verzeichnet. Ihr wissenschaftlicher Name ist Cedrus deodara, eine Ableitung des Sanskrits devadaru und Bedeutet „Baum der Götter“

  • Er hat eine Höhe von 20 m
  • Eine Weite von 16 m
  • Und weist einen guten Gesundheitszustand auf

Die Gattung stammt aus Ost-Asien (Afghanistan, Indien, Tibet, Nepal, China), wo ein Monsum-Klima mit feuchten Sommern und sehr kalten, trockenen Wintern herrscht. In 1 300 m bis zu 3 000 m Höhe bildet dieser Baum in diesen Ländern ausgedehnte Wälder. Die Gattung wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts von den Briten als Zierbaum in Europa eingeführt.

Die grossse Himalaya-Zeder                                                                                                             Im Park Montcervier

Merkmale

Im Gegensatz zu den anderen Arten, die im reifen Alter eine abgestumpfte Krone annehmen, behält die Himalaya-Zeder ihre Pyramidenform. In ihren Standort-Ländern kann sie ein Alter von 1 000 Jahren und eine Höhe von 80 m erreichen.  Die Rinde des Stamms ist grau-braun und rissig. Die Zweige sind horizontal mit abfallenden Endtrieben, ähnlich der Trauerweide. Die immergrünen, hellfarbenen, feinen und weichen Nadeln sind büschelweise angeordnet und sind länger als die der anderen Zedern.

Stamm und Rinde

Zweige und Nadeln

Die Blüte erfolgt, im Gegensatz zu denen der meisten Nadelbäume, im Herbst.Die männlichen wie die weiblichen Blüten stehen in getrennten Gruppen am gleichen Baum. Die männlichen zylinderförmigen Kätzchen entladen eine große Menge von gelben Pollen, der die grünen aufrechtstehenden  und eiförmigen weiblichen Kätzchen befruchten. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind, da die Insekten erst nach der Zeder auf der Erde erschienen sind.

Die Früchte stehen 7 bis 12 cm hoch aufrecht auf dem Zweig. Die Zapfen sind dick und setzen sich aus Schuppen zusammen, die jede ein geflügeltes Korn enthalten. Die zunächst grau-grünen Zapfen werden in der Reife braun, bevor sie sich im zweiten oder dritten Jahr ablösen. Die Frucht-Entwicklung beginnt erst im Alter von 35/40 Jahren und erzielt die Fülle mit  60 Jahren.

Männliche Kätzchen

Junger weiblicher Zapfen

Reifer weiblicher Zapfen

Nutzung :  Das wohlriechende Holz ist sehr dauerhaft, da unverweslich und widersteht Schimmel und Termiten. Dank dieser Eigenschaften diente es in den Heimatländern zum Bau von Tempeln, Palästen und zur Fertigung von Skulpturen. Heute wird dieses Holz in der Bau-Industrie, dem Schiffsbau, in der Kunsttischlerei und zur Herstellung von Bleistiften, Kleiderbügeln und Mottenkugeln verwendet.

Chinesischer Tempel

Medizinische Eigenschaften : Der Harz und seine gewonnenen ätherischen Öle sind keimtötend, wundheilend (Dermatosen), schleimlösend (Atemwege), beruhigend (Ängste, Stress), fäulnishemmend und mottentötend. Ihr Holzduft ist in der Parfümerie sehr geschätzt.

Symbolik : Die Zeder versinnbildlicht die Kraft und die Majestät, und das 49.ste Ehejahr wird das „Zedernjahr“ genannt.

Gefährdungen : Aufgrund ihrer Widerstandskraft gegen Krankheiten und ihrer insekten- und wurmabweisenden Eigenschaften fürchtet die Zeder nur den Menschen. Unter der britischen Kolonisation hat der intensive Wald-Abbau in den Heimatgebieten die Bestände merklich vermindert. Heute besteht das Problem weiterhin durch die legalen und illegalen Kahlschläge zur Gewinnung von Agrar- und Bauland.

Quellen

  • ONF- Dokument  „ Ressources Partagées“
  • Wikipedia und Wikispecis
  • http://wikipedia.org/wiki/cedrus_deodara

Die Eiben im Park Montcervier

Die Eibe hat ein langsames Wachstum, eine sehr lange Lebensdauer, die mehrere Jahrhunderte erreichen kann. Von dem kurzen, knotigen Stamm gehen die Zweige schon wenige Zentimeter über dem Boden aus und seine Rinde löst sich in feinen Schuppen. Die weichen, immergrünen Nadeln sind flach, oben dunkelgrün, unten heller und stechen nicht. Sie sind zwischen 20 und 35 cm lang. Die Eibe ist kein Harzbaum, denn sie ergibt keinen Harz, und sie ist kein Nadelbaum, denn sie bildet keine Zapfen. Sie gehört zu der Familie der taxaceae.

Der Urvater der Eibengruppen des Parks

Eine von den Kindern sehr beliebte Kletterwelt

Die Eibe ist eine diözische Gattung: weibliche und männliche Blüten befinden sich auf getrennten Stämmen. Die Blüten des männlichen Stammes erzeugen im Frühjahr eine Fülle von gelben Pollen. Die grünen Blüten des weiblichen Stammes formen leuchtend rote Früchte: die  Arillen. Die Vögel haben eine Vorliebe für die Frucht, scheiden die Körner in ihren  Exkrementen aus und beteiligen sich somit an der Art-Vermehrung.
In dem Park sind die Eiben in mehreren Bereichen vertreten, wo sie frei und unbeschnitten wachsen. Ihre Durchschnittshöhe beträgt 7 m und sie weisen keine Anzeichen von Verkümmerung auf.

Die Arille: der fleischige Fruchtteil

Männliche Blüte, die den Pollen erzeugt

Die giftigen Eibenkörner

Die Blätter und die männlichen Eibenblüten

Dank seiner beachtenswerten Eigenschaften fand das Eibenholz vielfache Nutzungen: es ist biegsam, robust und fault nicht. Seit dem  Mittelalter wurde es zur Herstellung von Pfeilen und Bögen, Armbrüsten und Spiessen  verwendet. Diese gleichen Merkmale dienen heute der Herstellung von Musikinstrumenten. Seine schöne orangen-rötliche Färbung wird ebenfalls in der Tischlerei und der Kunst-Tischlerei geschätzt . Trotz ihrer ausserordentlichen Schatten-Toleranz ist diese Baumgattung, deren natürliche Regenerierung als immer schwieriger betrachtet wird, gefährdet. In manchen Ländern steht sie unter besonderem Schutz, um ihr

Aussterben zu verhindern. In Frankreich unterliegt die Eibe einer Verfügung, die „die Einsammlung oder die Ernte und die Veräusserung dieses Gewächses“ untersagen kann. All das gerechtfertigt ihren hohen Preis.

Vorsicht : Gift !

Die Eiben-Vergiftung ist auf eine aktive, sehr giftige Substanz, die Taxine, zurückzuführen. Die Nadeln, die Körner und das Holz der Eibe sind giftig. Die Vergiftung durch Kauen ist bei Pferden, Rindern, Schafen und Ziegen häufig. Die Giftigkeit dieses Baumes hat Autoren wie Shakespeare angeregt, der die Vergiftung von Hamlets Vater mit Eibensaft beschreibt. Agatha Christie hat den Arm eines ihrer Mörder mit einem Eibenextrakt gewaffnet.

Dagegen wird der fleischige Fruchtteil der Arille zur Herstellung von Sirup verwendet, der den Schleimauswurf erleichtert. Die Arille enthält Proteine mit einer erweichenden, lindernden und entzündungshemmenden Wirkung und man verwendet ihren fleischigen  Fruchtteil zur Herstellung eines Sirups, der den Schleimauswurf erleichtert. Eine französische, in der Welt sehr angewandte Anti-Krebs-Arznei, das Taxotere, ist auf diesen Baum zurückzuführen.

Quellen :

Die Sequoias im Park Moncervier

Der Sequoiadendron giganteum, oder einfacher, Sequoia, verdient seinen Namen: er ist riesig.

Der größte, der „General Sherman“ auf dem West-Hang der  Sierra Nevada, erreicht eine Höhe von 83 m für einen Umfang von 24,10 m (Abmessung in 1,50 m Höhe). Sein Gewicht wurde 1950 auf  2 145 Tonnen geschätzt, bei einem Alter von ungefähr 2 000 bis 3 000 Jahren. Er wird oft als das größte Lebewesen der Welt bezeichnet.  Der Mammut-Sequoia ist ein Nadelbaum mit einer  typischen Silhouette. Sein Stamm hat eine charakteristische  Kegelform und eine weiche, rötliche Rinde. Nach 100 Jahren entwickelt der Baum eher seinen                            Umfang, während sich seine Krone abrundet.   Die Blätter sind spitze, immergrüne Nadeln in Ahlenform, die in Spiralen um den grau-grünen, 3 bis 15 cm langen  Stiel angeordnet sind. Die 5 bis 10 cm langen,  bräunlichen Zapfen sind durch ihre Ei-Form erkennbar. Ihre Reife dauert 2 Jahre und sie können bis zu 20 Jahren am Baum bleiben.

 

Der Sequoia im Park
Eine Silhouette

Sequoia-Nadeln

die weiche und rötliche Rinde

Der Mammut-Sequoia ist ein Nadelbaum und gehört, nach der klassischen Einstufung, zu der Familie Cupressaceae, zur Kiefer-Einordnung In seinem Naturzustand wächst der Mammut-Sequoia nur in etwa zehn Wäldern, die sich auf die West-Seite der Sierra Nevada in Kalifornien, USA, erstrecken. Dieser Baum schätzt ein feuchtes Klima mit heißen Sommern und mit Schnee im Winter.  Man findet den ihn in Höhenlagen zwischen  1 400 und 2 150, wo er Temperatur-Abfällen bis zu -25° C widersteht.

Der Sequoia im Park Montcervier mit der Referenz-Nummer139 der Französischen Forstverwaltung schwächt seit 1970 wegen Wassermangel ab. Es begann mit der Spitze, wo man eine Anzahl abgestorbener  Zweige bemerkt. Der Stamm ist krank. Er wird von einem Pilz, dem Ganoderma Polyporc, angegriffen, dessen Sporen zunehmend seine Struktur verdauen und abschwächen. Der Baum ist zum Fällen verurteilt.

Wussten Sie es?

  • Der Sequoia versinnbildlicht die Weisheit und die Langlebigkeit.
  • Der Name Sequoia ist auf Sequoia, einen Cherokee-Indianer zurückzuführen, der um 1820 das Cherokee-Alphabet erstellt hat. Im Englischen heißt der Riesen-Sequoia „giant sequoia“, „Sierra Redwood“ oder „Wellingtonia“.
  • Seit der Entdeckung der Sequoia-Wälder, während des Goldrauschs 1852 in Kalifornien, wurde der Riesen-Sequoia zu einer wahren Attraktion. Dies erklärt die Einführung der Gattung in Europa und ihre Anpflanzung in Schlossparks und Baumgärten. Sein Holz ist zwar fäulniswiderständig  aber brüchig und daher ohne Wert für die Forstwirtschaft.
  • Mit einem kleinen Zweig kann man in einer in-vitro-Kultur einen gleichartigen Sequoia-Klon erzielen.
  • Bibliographie-Quellen : monumentaltrees.com

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