SCHLOSS

MONTCERVIER

GESCHICHTE DES SCHLOSSES

SPRINGBRUNNEN & SCHMWIMMBAD

DER BRAND

FOTOALBUM

Unnötig, heute das Schloss zu suchen, es wurde in der Nacht des 11 März 1982 durch einen Brand vernichtet. Das in den Jahren 1882 erbaute Schloss gehörte zu den Residenzen, die  Ende des 19. Jahrh. nach Plan gekauft wurden. Diese grossen Herrschaftsbesitze sind an ihrer gemeinsamen Architektur und der zum Bau benutzten Materialien erkenntlich. Die weissen  aus dem Loire-Tal stammenden  Steine sind für diese Gebäudearten bezeichnend. Gewöhnlich wurden diese Wohnsitze von einem mit Bäumen bepflanzten Park umgeben. Die damaligen Besitzer hatten sich für eine Öffnung nach Osten, in Richtung Pardines hin, entschieden, um die schöne Aussicht zu genießen.

© Fotografie : Bernard Perreau

Es gehörte zum guten Ton, exotische Arten wie Sequoias aus Nordamerika, Zedern aus dem Libanon, dem Himalaya und dem Atlas zu importieren. Arten die wir heute in dem Park sehen. Das Schloss blieb bis 1947 Besitz der Familie Vernin. Mit dem Verkauf an die Kasse der Schulen im IV. Arrondissement in Paris wurde es zu einem Kinder-Ferienheim. Der Bürgermeister dieses Arrondissements war niemand anders als Jean Mouly, ein Mann der hiesigen Gegend. 1974 wurde das Schloss von der Gemeinde Vic le Comte gekauft und dann an die CEMEA  (Zentrum für aktive Erziehungsmethoden) vermietet, die es als Ausbildungszentrum für Erzieher benutzte. Nach dem Brand des 11. März 1982 wurde der Plan eines Wiederaufbaus aufgrund der Kostenschätzung (800 000 Euro) aufgegeben und die Ruinen wurden eingeebnet, so dass heute keine Spur mehr von dem Bau zu sehen ist.
1989 wurde der Park renoviert und mit einem Eingang zur Rue du Puits versehen. Heute ist der Park eine beliebte Grünfläche von den Einwohnern von Vic-le-Comte.

Die Quelle, die den Park, das Schloß und das von der Familie Soulayre betriebene Gehöft versorgte

Die Anlegung des Parks Montcervier und der Bau des Schlosses zwischen 1890 und 1900 erforderte eine bedeutende Wasserversorgung. Die lokalen Möglichkeiten waren nicht ausreichend und eine private Quellfassung wurde vorgenommen. Diese Quelle versorgten den Park, das Schloss und ein Gehöft. Die Fassung existiert noch  und befindet sich an der Straße nach Pardines, ungefähr 1 km in Vogelflugweite entfernt. Das Wasser wird heute noch zum Giessen von Privatgärten benutzt.

Abbildung 1 : Luftbild der Quelle und Gefällschnitt zwischen der Quelle und dem Park Montcervier

Die Quellfassung ist in Privatbesitzbesitz. Für unsere Nachforschung erhielten wir die Genehmigung zum Betreten des Grundstücks und zu Foto-Aufnahmen.

Unter der Platte gewährt eine Leiter den Zugang zum Sammelbecken

Sammelbecken der Quelle

Das Kreuz Martel auf dem Weg zur Quelle

Diese vorhandene Wasserabgabe reichte aus, um hinter dem Schloss die Anlage eines Zierbeckens mit einem herrlichen Wasserstrahl zu ermöglichen.

Nachdem die Schulkasse des IV. Arrondissement der Stadt Paris das Besitztum erkauft hatte, wurde das Becken in ein Schwimmbad für die Kinder dieses Ferienheims verwandelt. Es wurde zwar weiterhin von der Quellfassung versorgt, doch ohne Wasserstrahl.

11. März 1982

Das Schloss, ein imposantes Gebäude, das sich über eine Fläche von 1 500 qm erstreckte, wurde in der Nacht des 11.März 1982 gegen 4 Uhr 30 von einem äusserst heftigen Brand zerstört.

Ein Schlag für die CEMEA und die Einwohner der Stadt

Den ersten damaligen Untersuchungen nach entstand der Brand durch einen unglücklichen Zufall in einem Büro des ersten Stocks. Die Geschwindigkeit der Verbreitung ist auf ein Zusammentreffen mehrerer Ursachen zurückzuführen: ein heftiger Wind, leicht entflammbares Baumaterial (Parkett und Balken aus Holz) und einen Brandauslöser.

Die Mobilisierung der regionalen Feuerwehr

Zum Löschen dieses Brands wurden bedeutende Mittel einberufen: die 3 Feuerwehr-Mannschaften von Vic-le-Comte, Issoire und Clermont-Ferrand. Zum Glück war das Schloss in der Nacht unbewohnt, da die Ausbilder und die Lehrgangsteilnehmer der CEMA in einer neueren Annexe im Park, 40 m vom Schloss entfernt, untergebracht waren.

Die beträchtlichen Schäden beliefen sich damals auf einen Gegenwert von 1 Million Euros

Ausser dem Untergeschoss war praktisch alles zerstört. Die Ruinen waren unrettbar – der Wiederaufbau erwies sich als schwer ausführbar da die Kalk-Bruchsteine durch die Hitze zersprengt waren.

Das Schloss am frühen Morgen des 11.März

Was heute übrig geblieben ist

Die Annexe, in der die auzubildenden Sonderpädagogen in der dramatischen Nacht schliefen, steht heute den kommunalen Vereinen zur Verfügung: Amicale  Laïque von Vic-le-Comte, Resto du cœur, (wohltätige Essens- und Kleiderausgabe) Vasepa…

Ausser den von den Einwohnern geteilten Erinnerungen ist heute nichts mehr von dem Schloss übrig geblieben.

Diese Seite von geteilten Erinnerungen wurde nach Erhalt des Berichts von Herrn Bernard Perreau erstellt, der uns diesen Ort beschreibt, der seine Kindheit geprägt hat

„Guten Tag. Ich glaube, dieses Schloss und seine Winkel sehr gut gekannt zu haben. Ich stehe damit noch immer in enger Verbindung, denn es gehört zu meiner ganzen Kindheit, selbst wenn das Schloss nicht mehr da ist. Mein Vater liess damals das Schwimmbad mit der finanziellen Unterstützung des Stadtrats des 4e Arrondissements und dank seines Freundes Jean Mouly anlegen. Alle  später erfolgten Modernisierungen wurden von meinem Vater entwickelt und durchgeführt mit dem Ziel, jedes Jahr mehr Pariser Kinder aufzunehmen (mehr als 140 in 45 Sommertagen). Dieses Ferienheim ist zu einem Modell seiner Art geworden. Ich besitze ein sehr schönes Farbfoto des Schlosses in Hochdefinition, aus den 50ziger Jahren, das ich selbst aufgenommen habe und das ich Ihnen gern zur Verfügung stelle.

Mit freundlichen Grüssen

Bernard PERREAU

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